Zum Glück arbeiten wir mit angezogener Handbremse

Mehrere Hände halten ein Rätsel.

In einer großen Schweizer Firma bot ich einem Senior-Projektleiter meine Beratung für Konflikttransformation an, doch er lehnte dankend ab mit der Begründung: “Zum Glück haben wir keine Konflikte.” Doch kann der Projektleiter sich wirklich glücklich schätzen? Was bedeutet seine Antwort für das Projekt und das Unternehmen?

Persönliche Betroffenheit

Jeder, der sich an seinen letzten größeren Konflikt erinnert, wird wohl auch jetzt noch eine Gefühlsveränderung feststellen. Konflikte lösen bei persönlicher Betroffenheit Stress aus. Der Projektleiter scheint also in der Situation wenig von diesem Stress zu erleben, was für ihn positiv ist. Gleichzeitig wird deutlich, dass für eine sinnvolle Konfliktklärung ein neutraler Dritter erforderlich ist, der selbst nicht unter Stress steht und den betroffenen Konfliktparteien hilft, handlungsfähig zu werden.

Unvermeidbarer Konflikt in Projekten

Konflikte zwischen Personen treten auf, sobald sich mindestens eine Person im Denken, Fühlen oder Wollen beeinträchtigt fühlt, wenn es um die Verfolgung ihrer Interessen geht. Projekte, als neuartige, einmalige Vorhaben mit erhöhtem Risiko, müssen zwangsläufig zu Konflikten führen. Fehlen Konflikte in Projekten, deutet dies darauf hin, dass keine wirkliche Veränderung stattfindet und das volle Potenzial nicht ausgeschöpft wird.

Konfliktklärung als Zeichen eines kompetitiven Unternehmens

Ein Unternehmen, das das volle Potenzial aus seinen Projekten schöpft, wird zwangsläufig mit Konflikten konfrontiert. Das Fehlen von Konflikten in Projekten bedeutet, mit angezogener Handbremse zu fahren. Obwohl Konflikte an sich unangenehm sind und die Arbeit nicht fördern, ist der richtige Ansatz, ihre Notwendigkeit anzuerkennen. Ein aufgebautes Konfliktmanagement im Unternehmen hilft, Konflikte rasch zu erkennen und zu transformieren, um effektiv und effizient arbeiten zu können. Die idealste Antwort von einem Projektleiter wäre: “Wir haben viele Konflikte, haben gelernt, sie zu erkennen und anzusprechen, und wissen, wo wir Unterstützung zur Klärung erhalten können.”

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