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Nicht alles, was möglich oder neu ist, ist auch zweckdienlich. Die Betrachtung der durch ein Produkt oder Service geschaffenen Werte für den Menschen soll entscheidend sein.

In einem Blogbeitrag zeigt Natasha Crampton, Chief Responsible AI Officer von Microsoft auf, wie sie aufgrund von Werteüberlegungen ein Serviceangebot angepasst haben.

Es geht um ein Service, welcher mit “künstlicher Intelligenz” Sprache erkennen oder generieren kann oder Emotionen erkennen soll. Dabei wurde klar, dass ein hohes Missbrauchspotential durch die Nutzung dieses Service besteht. Die Nutzung des Services wurde teilweise stark eingeschränkt und gewisse Funktionen wurden ganz deaktiviert. So z.B. das Erkennen von Emotionen, da hier noch nicht einmal ein wissenschaftlicher Konsens herrscht, was Emotionen ganz genau sind bzw. wie sich äussern.

Microsoft hat für sich verschiedene Kernwerte aufgestellt:

  • Verantwortlichkeit (als Basis)
  • Transparenz
  • Fairness, Sicherheit & Verlässlichkeit, Privacy und Inclusiveness

Auf Basis dieser Kernwerte, bzw. der Verletzung wurde die Entscheidung anscheinend getroffen.
Damit diese Kernwerte auch konkret durchsetzbar werden, hat Microsoft einen eigenen Standard erstellt, den “Microsoft Responsible AI Standard, v2“.

Dies ist ein anschauliches Beispiel aus einem Teilbereich der Code-Ethics, dass nicht alles, was möglich oder neu ist, auch zweckdienlich und sinnvoll ist und dass die Betrachtung der durch ein Produkt oder Service geschaffenen Werte für den Menschen entscheidend sein soll.

Im Zuge der Digitalisierung wird sich jedes Unternehmen überlegen müssen, welche IT-technischen Services und Dienstleistungen es in welcher Form umsetzen will. Dass es dabei zu Services kommt, die man gar nicht verwenden will, ist ein Extrempunkt, der vorkommen kann. Viel öfter geht es aber darum, wie man die Ausprägung des Service verändert, damit es zielführender und wertmässig in Ordnung ist.
Dazu ist es hilfreich, als Unternehmen die eigene Werthaltung zu kennen und zu erkennen, wo eine Abweichung durch ein Service oder Produkt entstehen kann.

Gegenbeispiel: Gemäss Recherchen von Avani (Journeyman Pictures “TikTok: die beliebteste App der Welt”) aktiviert TikTok in seiner App die Kamerafunktion, um die Nutzer zu klassifizieren z.B. nach Alter, Geschlecht, Emotionen, etc. Diese Informationen werden dann unter anderem verwendet, um den angezeigten Videostream auf den Nutzer zu optimieren, immer mit dem Ziel, dass der Nutzer länger auf der Plattform verweilt, auch wenn dies dem Nutzer z.B. gesundheitlich schaden kann (Bsp. Essstörungen).

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