Blog

Blog

.

Wie man Manipulatoren überwindet

Überflieger geben zwischenmenschlich viel Energie. Wann werden sie giftig? Sobald sie paradox argumentieren. So ölen sie sich wie ein Gladiator ein und entwinden sich jedem Einspruch.

Um sich durchzusetzen, geben die sogenannten Überflieger viel Energie. Zwischenmenschlich gehen sie sehr weit und manipulieren, aber gleichsam zum höheren Zweck ihrer Mission und letztlich auch zu Gunsten derer, die sich manipulieren lassen. Beispiel: der charismatische Antreiber, der dem ganzen Team mit etwas überzogenen Ansprüchen und nicht ganz konsensfähigen Arrangements zum Erfolg verhilft. Indessen, es existiert eine gefährliche Schwelle zwischen Manipulation zum Guten und Manipulation, welche das Unternehmen vergiftet. Umso wichtiger, daß wir den giftigen Manipulator sofort erkennen. An was? Er verrät sich bereits mit seiner Argumentationsweise:

  • "Ich habe alternative Fakten."
  • „Wer mir nicht zustimmt, ist ein Lügner.“
  • „Ich darf mir selbst widersprechen.“

Natürlich sind diese Formeln sinngemäß zu verstehen, ihre wörtliche Formulierung kann situativ immer wieder anders ausfallen. Es ist ein irritierendes Prinzip, dem der Manipulator folgt. Stößt er auf Widerstand, sagt er immer dasselbe: "Wozu Einwände? Nichts ist verifizierbar. Man kann alles begründen. Was ist nicht relativ?" Und wenn er einmal selbst als Relativist, Nihilist und Faktenverdreher festgenagelt wird, entgegnet er: "Ich werde mich ändern!" – was man ihm dann zugute halten muß, obwohl man es gar nicht glauben kann.

Logisch gesehen, arbeitet der Manipulator mit Paradoxa, mit widersprüchlichen Aussagen, die deshalb so suggestiv und unwiderlegbar wirken, weil sie die stärkste Waffe ihrer Widerlegung außer Gefecht setzen: das Verbot, zwei sich ausschließende Behauptungen gleichzeitig für wahr zu erklären. Auf diese Weise ölt er sich wie ein Gladiator ein und entwindet sich jedem Einspruch.

Jedem Einspruch? Nein, es gibt eine wirksame Gegenstrategie. Sie wurde in der Philosophie unter den etwas hochtrabenden Namen "Diskursethik" und "Transzendentalpragmatik" exakt ausformuliert. Kurz gefaßt, besteht sie in einem ganz einfachen logischen Manöver: der Selbstanwendung manipulativer Argumentation. Das bedeutet, folgenden Dreisatz in der Kommunikation einzuführen: Wer argumentiert, beruft sich auf eine Logik für alle und kann den anderen deshalb Gegenargumentation nicht verweigern. Und insofern darf er sich auch nicht selbst widersprechen. Wer es trotzdem tut, argumentiert nicht mehr. Er spricht bloß noch.

Für das Unternehmen heißt das: in jeder Entscheidungsdiskussion Argumentation stärken und Beschwatzen unterbinden. 

 

Bewerte diesen Beitrag:
Sie sind gezwungen zu vertrauen
Giftiges nicht wachsen lassen
 

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden
Bereits registriert? Hier einloggen
Gäste
Freitag, 15. Dezember 2017

Sicherheitscode (Captcha)

Blog Abonnieren

ABSOLUTUM-Letter

Der Letter erscheint periodisch und liefert Ihnen wertvolle Inspiration zu Top-Management-Themen.
Please wait